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Was gibt es wohl zum Treppensteigen noch zu sagen außer „Vorsicht“, dass man nicht herunter- oder herauffällt? So einiges, denn es will gelernt sein, wenn man sich nicht alle Schuhe kaputt laufen möchte, und heute hab ich fest gestellt, dass es sogar Hilfen gibt.

Ich trage ja gerne schicke Schuhe, und da meinem wählerischen Fuß auch nicht viele Modelle passen möchten, habe ich für die meisten Paare auch nicht gerade wenig Geld über den Tresen geschoben. Deshalb bemühe ich mich natürlich, meine Schuhe möglichst pfleglich zu behandeln. Leider fällt mir dies nicht immer leicht. Vor allem an Bordsteinen und Treppen bleibe ich nämlich total oft hängen, sei es mit der Spitze oder mit der Ferse. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie das Leder meiner Schuhe nach einer Weile aussieht. Ziemlich zerschrammt, und manchmal sogar ein bisschen kaputt.

Wieso ist das so? Eigentlich ist die Antwort auf diese Frage ziemlich einfach. Wenn ich eine Treppe hinaufsteige, versuche ich, meinen Fuß immer direkt auf die Stufe zu setzen, damit ich nicht irgendwo auf der Kante herumpendle und um mein Gleichgewicht kämpfen muss. Dadurch setze ich die Füße wohl oft zu weit nach vorne (in Gehrichtung) und schramme damit immer mit der Schuhspitze an der nächsten Stufe entlang. Beim Heruntersteigen ist es genau umgekehrt. Ich möchte meinen Fußballen nicht so gerne auf die Stufenkante setzen, also sind meine Schritte häufig ein wenig zu kurz, und dadurch schrammt meine Ferse immer an der vorherigen Stufe entlang.

Das ist wirklich super ärgerlich. Mein Mobilitätstrainer hat mir gesagt, es ist sinnvoller, beim Absteigen den Fuß auf die Kante zu setzen, denn die schlimmeren Unfälle passierten wohl, wenn man mit dem Absatz an der vorherigen Stufe hängen bleibt. Also versuche ich das auch zu beherzigen. Dazu taste ich mit meinem Stock zunächst die Größe der Stufen ab, und beginne danach den Abstieg, mit einem ungefähren Plan im Kopf, wo ich meine Füße hinsetzen muss. Dies endet meistens damit, dass ich nach einigen Schritten mit einem Fuß schräg nach unten auf der Stufenkante stehe, den anderen in der Luft, und fürchte, die Treppe hinunterzufallen, bevor ich den anderen Fuß dann wieder aufsetze und danach automatisch meine Schritte wieder zu kurz fasse und mir meine Schuhe ruiniere. Zugegeben, ich benutze fast nie Treppengeländer, aber nach einem Jahr Arbeit im Krankenhaus und ständigen Hände desinfizierens bin ich da wohl auch etwas vorsichtiger geworden. Weiß der Geier, wer das Ding alles schon angefasst hat, und krank werden möchte ich ja nicht unbedingt – nicht dass ein gebrochenes Bein besser wäre, aber trotzdem 🙂

Heute war ich nach sehr langer Zeit mal wieder in einem bekannten schwedischen Möbelhaus unterwegs. Als ich dort die Treppe hinunter stieg, fiel mir auf, dass das ganz einfach für mich war. Der Grund hierfür ließ sich auch rasch finden. Die Treppenstufen sind dort an der Kante mit irgendetwas überzogen oder verstärkt oder was auch immer. Es ist ganz leicht erhaben und fühlt sich ein bisschen an wie Gummi. Weitere Erkundigungen erbrachten, dass dies wohl eine Anti-Rutsch-Vorrichtung sei. Ich habe beim Gehen gemerkt, dass es mir durch diese Hilfe fiel leichter fiel, die richtige Schrittlänge zu wählen, und dass ich auch wirklich nicht weggerutscht bin, vor allem nicht nach unten. Ich hatte einen viel festeren Halt auf der Treppe, auch ohne Geländer 🙂 und fand das richtig super. Ein ganz neues Gehgefühl sozusagen. Vielleicht erlebe ich es ja noch, dass irgendwann Treppen standardmäßig mit so etwas ausgestattet werden, aber wirklich glauben kann ich es nicht.

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