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Dieser Satz könnte zum „Unsatz“ des Jahres bei der deutschen Bahn werden, wenn es denn so etwas gäbe. Auf jeden Fall gehört er zu meinen Favoriten der am meisten gehasstesten Sätze. Einen neuen Klopper des so viel geliebten Reiseunternehmens gab es bei mir gestern. Was war passiert?

Montags beginnt mein Arbeitstag im Augenblick um 10:00 Uhr. Das bedeutet, dass ich entweder die S-Bahn um 09:19 oder aber den Zug um 09:31 nehmen muss, um pünktlich da zu sein. Meist nehme ich den späteren Zug, zumal es zur Zeit auf einer meiner Buslinien auch zu erheblichen Verspätungen kommt und ich den früheren i. d. R. eh nicht erwische.

Seit letzter Woche herrschen erschwerte Bedingungen. Schienenersatzverkehr auf meiner Strecke, und Gott sei Dank fiel mir das gestern Morgen im Halbschlaf noch rechtzeitig ein. Dachte ich jedenfalls Gott sei Dank. Ich surfte also auf der Webseite der Deutschen Bahn vorbei und checkte die Verbindungen. Die S-Bahn um 09:19 fuhr nicht, aber dafür der Zug um 09:31 und danach erst wieder der Regionalzug um 10:00 Uhr. Ich machte mich also fertig und erschien pünktlich am Gleis. Fünf Minuten vor Halb zehn ertönte dann folgende Durchsage: „Information zu RE XYZ nach Nürnberg Hauptbahnhof über Fürth, Abfahrt 09:31. Dieser Zug fällt heute aus. Wir bitten Sie, dies zu entschuldigen“.

Ist dazu noch irgendetwas zu sagen? Ich traute jedenfalls meinen Ohren nicht. Leider war gestern aber auch nicht der erste April. So, jetzt reicht’s mir, dachte ich, und marschierte in die Service-Zentrale der deutschen Bahn ein. Dort musste ich Schlange stehen, was mich erst so richtig wütend machte. „Jetzt muss ich auch noch anstehen um mich zu beschweren“, ärgerte ich mich, was prompt zur Folge hatte, dass der Herr, der vor mir stand, mich vorrücken ließ. Ich klagte ihm daraufhin auch direkt mein Leid, weil ich einfach so sauer war, und ich das irgendjemandem erzählen musste. Daraufhin erzählte er mir, was bei ihm passiert war – übrigens auch nicht viel besser – und wir unterhielten uns über dieses schreckliche Reiseunternehmen.

Ich musste nicht sehr lange anstehen. Am Schalter fragte ich höflich, was denn jetzt sei, ob man mir von der DB ein Taxi bezahlen würde. Immerhin hatte ich den Zug eine Stunde vor Abfahrt noch im Netz gesehen, und da stand nicht, dass er ausfällt. Ich hätte um 10:00 einen Termin, und wenn ich den nicht erreichte, gäbe das erstens Unannehmlichkeiten für meinen Patienten und zweitens auch einen nicht unerheblichen Verdienstausfall für mich. Wer Lust hat, kann ja mal nachgucken, wie viel man für eine Therapiestunde bekommt. Wenig ist das nicht, und ich verdiene jetzt auch nicht so wahnsinnig viel, dass ich mal eben darauf verzichten kann. Die Frau wusste nicht, was sie sagen sollte, denn sie fand die Zugverbindung ebenfalls im System. Grober Fehler, wie ich finde. Sie fragte bei einer Kollegin nach und teilte mir dann mit, dass ich den Bus um 09:48 nehmen könnte (keine Ahnung, wo sie den her hatte) oder ein Taxi vorstrecken, mit der Option, dass ich das Geld dann nicht zurückbekomme. Inzwischen war es 09:40 geworden. Ich fragte, wo ich mich beschweren könne, und sie gab mir ein Kärtchen mit – natürlich nicht barrierefrei – brauche ich das noch extra erwähnen? Aber auf jeden Fall werde ich jemanden finden, der mir das vorliest.

Ich sagte den Termin ab. Mein Patient trug es glücklicherweise mit Fassung, aber ich war natürlich total unzufrieden. Umlegen konnte ich den Termin übrigens auch nicht, sodass ich das Geld wohl nicht sehen werde, jedenfalls nicht diese Woche. Mein Plan ist jetzt, mich bei der Bahn zu beschweren und das Geld dort einzufordern. Ich glaube nicht, dass das mit großen Erfolgschancen verknüpft ist, aber zumindest hab ich nicht mehr das Gefühl, mir jeden Scheiß gefallen lassen zu müssen. Ich meine, gerade wenn man auf Ersatzverkehr angewiesen ist, ist es auch unbedingt nötig, dass die bereit gestellten Informationen korrekt sind. Oder denken die, da pendeln eh nur arbeitslose Menschen mit viel Zeit? Fazit: Die Bahn hat nicht mehr alle Latten am Zaun! Hoffentlich verdiene ich irgendwann mal genug, damit ich mir einen Chauffeur leisten kann 🙂

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