Schlagwörter

, ,

Wie ich in diesem Artikel berichtete, habe ich mich bei der Bahn wegen extrem kurzfristiger Zugausfälle beschwert. Und das kam dabei heraus.

Ich hatte mir mit meiner Beschwerde etwas Zeit gelassen, eigentlich eher unabsichtlich, aber dies führte dazu, dass ich sie gleich um einen weiteren spontanen Zugausfall ergänzen durfte. Ich hatte also einen Verdienstausfall von 2 Therapiestunden, nicht wenig, und forderte entsprechend mein Geld. Eigentlich hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass ich überhaupt eine Antwort bekommen würde, aber ich habe mich geirrt.

Vorletzte Woche kam ein Brief der deutschen Bahn, worin es hieß, aufgrund der Bauarbeiten seien Ersatzbusse gefahren und deshalb hätte man die Zeiten nicht einhalten können. Sie baten mich mal wieder, dies zu entschuldigen. Für Ausfälle hafte die Bahn nicht. Aber sie schickten mir einen Gutschein über 30 Euro. Mehr als ich erwartet habe! Und auch sehr praktisch, denn ich fahre nächsten Monat nach München und kann den Gutschein daher gut gebrauchen.

Aufgefallen ist mir allerdings durchaus, dass das Schreiben kaum etwas mit meiner Beschwerde zu tun hatte. Das Problem waren nämlich nicht die Zeiten, sondern die Tatsache, dass ein Zug, der auf der Webseite angezeigt wurde, überhaupt nicht fuhr. Aber was rede ich, das wisst ihr ja schon, nur die Bahn nicht. Ich vermute daher, dass der Herr einfach ein Standardschreiben zum Thema Schienenersatzverkehr rausgelassen und den Gutschein beigelegt hat. So weit, so gut.

Viel bedenklicher ist, dass ich nur 30 Euro bekommen habe. Mein Verdienstausfall beträgt ungefähr das fünffache. Würde ich allerdings ohne gültige Fahrkarte in den Zug steigen, müsste ich mindestens 40 Euro blechen, und bei teuren Karten sogar das doppelte des Kartenpreises. Das ist doch ziemlich skurril. Von einem derart großen Unternehmen würde ich rein theoretisch erwarten, dass es die Verantwortung für Zugausfälle angemessen trägt und die Leute entsprechend entschädigt. Ich meine, der Bahn tut eine unbezahlte Fahrkarte wahrscheinlich weniger weh als mir die fehlenden Einnahmen. Wenn sich andererseits alle, die von den Ausfällen betroffen waren, beschwert hätten, wäre das wohl ziemlich teuer für die Bahn geworden. Wie dem auch sei, das Mindeste, was man erwarten können sollte, wären die 40 Euro, die auch beim Schwarzfahren als Mindeststrafe anfallen. Das fände ich fair. Aber da bin ich wohl eine unverbesserliche Idealistin 🙂

Advertisements