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Gestern habe ich mein fehlendes Augenlicht zur Abwechslung mal verflucht. Ich meine, es wird doch wohl möglich sein, einen Schrankboden in einen Schrank einzubauen, ohne was zu sehen!

Ich bin vor kurzem umgezogen, und bei so einem Umzug merkt man als blinder Mensch deutlich, wo die eigenen Grenzen liegen. Vor allem, wenn es darum geht, die eigenen Möbel wieder zusammenzubauen.

Ich bin zwar ein Mensch, der seine Autonomie sehr liebt, manchmal vielleicht zu sehr, aber wenn ich weiß, dass ich etwas nicht schaffe, dann bitte ich um Hilfe. So habe ich nette Menschen gefunden, die meinen Kleiderschrank wieder zusammengebaut haben. Aber ich habe ein Faible für Handwerken – ich baue jedenfalls sehr gerne Möbel auseinander 🙂 – und deshalb lasse ich es mir nicht nehmen, auch ein paar Handgriffe selbst zu übernehmen.

Gestern habe ich einen neuen Boden für meinen Schrank gekauft. Ich dachte, das kann ja nicht so schwierig sein, den in den Schrank zu bekommen. Es gibt sechs Schrauben, die man reinklopfen muss und dann legt man den Boden einfach drüber. So weit die Theorie. Leider habe ich direkt unter dem Boden ein Fach für meine Schuhe. Das Problem: Das Fach ist hinten, mittig und vorne jeweils unterschiedlich hoch. Schon ging die Zählerei los. Wie viele Löcher über dem Fach wollte ich meinen Boden anbringen? Drei oder vier? Na ja, nehmen wir mal vier. Aber mittig ist das Fach tiefer, also müssen da noch ein oder zwei Löcher dazu kommen, damit ich oben dann wieder gleich hoch bin usw. Ich also alles irgendwie abgezählt und mir gedacht, na ja, sieht halbwegs ok aus. Ich legte sogar probehalber das Brett rein, bevor ich die Schrauben festklopfte.

Leider fiel mir dabei nicht auf, dass ich die linken Schrauben ein Loch weiter oben befestigt hatte. Dies bemerkte ich erst, nachdem ich sie schon im Holz festgemacht hatte. Als ich dann das Brett drauf legte, dachte ich, dass irgendetwas nicht stimmt, und schließlich kam ich darauf, dass das Brett schief im Schrank hing.

Wieso ist mir das nicht aufgefallen, verflixt noch eins? Also Brett wieder raus und Schrauben rausdrehen … hmmm ja, ohne Zange war das dann gar nicht so einfach, und dank des Chaos hier wusste ich auch nicht, wo ich eine Zange oder einen Schraubenzieher finden sollte. Aber so was trainiert ja bekanntlich die Fingerchen 😉 Und hey, ich habe es geschafft, alle drei Schrauben raus zu ziehen und ein Loch weiter unten wieder hineinzuklopfen. Danach war der Boden dann endlich richtig drin, die Mission erfüllt, und die Schrankbesitzerin zufrieden mit sich 😉

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