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Ich weiß schon, mein letzter Eintrag ist eine ganze Weile her, und eine Entschuldigung gibt es dafür nicht. Aber aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben, und gute Vorsätze sind eh nur dafür da, dass man sie über Bord wirft. Deshalb geht es heute in meinem Blog weiter, und passend zu den Feiertagen beantworte ich euch heute einige Fragen rund um die Küche.

Kannst du kochen?

Nein, natürlich nicht. Ich ernähre mich ausschließlich von Wasser und Brot. 🙂

Das ist natürlich mal wieder völliger Quatsch. Selbstverständlich ernähre ich mich nicht nur von Wasser und Brot, aber ich finde es doch sehr verwunderlich, dass ich nach dem Kochen immer wieder gefragt werde. Umgekehrt stellt sich doch die Frage, warum sollte man denn nicht kochen können, nur weil man nicht sieht? Es ist sogar viel besser, denn man kann beim Zwiebelschneiden gefahrlos die Augen zumachen 😉

Und damit sind wir schon bei der nächsten Frage. Im Zusammenhang mit dem Kochen fällt nämlich immer das Stichwort Messer. Natürlich kann man sich an einem Messer verletzen, aber sind wir doch mal ehrlich, das schaffen die meisten Leute ebenso gut, obwohl sie zwei gesunde Augen haben. Tatsächlich habe ich mich an einem Messer noch nie im Zuge des Kochens verletzt. Letztes Jahr habe ich mir mal den Finger aufgeschnitten, aber das geschah mir ganz recht, weil ich versucht habe, mit einem Wellenschliffmesser Kunststoffverpackung zu zersägen. Und wenn das Messer da abrutscht, ist das halt ziemlich blöd.

Natürlich muss man mit Messern vorsichtig sein, und zumindest ich werde wohl nie die Geschwindigkeit eines Meisterkochs beim Gemüseschneiden erreichen. Dazu bin ich zu vorsichtig oder zu ungeschickt oder habe zu wenig Übung. Ich würde aber nicht grundsätzlich sagen, dass das nicht möglich wäre. Man muss halt alles mit den Fingern ertasten, das Schneidgut richtig auf dem Brett positionieren usw. und dann geht das schon. Wo ich noch nicht durchgestiegen bin, ist so was wie Hühnchen tranchieren. Das müsste ich mir wohl mal von jemandem zeigen lassen, der lebenspraktische Fertigkeiten schult. So was gibt es. Im Zuge eines solchen Trainings kann man u. a. den Umgang mit Dingen in der Küche und im Haushalt erlernen. Ich selbst hatte aber nur ein oder zwei Stunden mal jemanden da. Den Rest habe ich zu Hause gelernt oder learning by doing. Außerdem habe ich mir vor einem Jahr eine richtig teuere Küchenmaschine gegönnt, deren Kauf ich bis heute keinen Tag bereut habe. Gemüse schneide ich gerne darin oder püriere was oder knete und rühre Teig usw. Super komfortabel.

Die nächste Frage gilt dann meistens dem Herd. Bis letzte Woche hätte ich auch hier sagen können, dass mir beim Backen und Kochen noch keine Unfälle passiert sind. Letztens habe ich mich allerdings ziemlich böse an einem Backblech verbrannt. Das lag allerdings einerseits daran, dass ich meine Handschuhe verlegt hatte und andererseits daran, dass ich mit dem Blech an der Kante der Arbeitsplatte hängen geblieben bin und es in meiner Küche so eng ist, dass ich nicht zurückmanövrieren konnte. Zumindest nicht in so kurzer Zeit. Und Hitze dringt verdammt schnell durch ein Küchentuch!

Ansonsten muss man am Herd natürlich grundsätzlich aufpassen, egal ob behindert oder nicht. Ich habe mir in meine neue Küche einen Induktionsherd gesetzt und liebe den heiß und innig 😉 Erstens, weil das Wasser schneller kocht, zweitens, weil der Topf nicht so schnell auch nicht so heiß wird, und drittens weil die Platte nach dem Ausschalten ziemlich schnell wieder so weit abkühlt, dass man sich nicht so leicht daran verletzen kann. Darüber hinaus muss man ein paar Tricks anwenden, um einigermaßen gefahrlos am Herd zu arbeiten. Ich z. B. hasse es, wenn mir Öl auf die Hände spritzt. Deshalb brate ich nicht so gerne. Früher, als ich noch Butter essen konnte, habe ich gern in Butter gebraten, da sie deutlich weniger spritzt. Heute benutze ich gute Pfannen, wo man fürs Anbraten sehr wenig Öl braucht, aber eine optimale Lösung habe ich noch nicht gefunden. Im Ofen verwende ich normalerweise spezielle Handschuhe, mit denen man heißes Backgut deutlich länger festhalten kann. Beim Wenden lege ich das Bratgut mit der Gabel zunächst auf einen Teller, drehe es dann um und setze es mit der Gabel zurück in die Pfanne usw. usw.

Natürlich bleiben dann auch Fragen zum Messen und Wiegen in der Regel nicht aus. Es gibt einiges an Hilfsmitteln für den Haushalt generell und für die Küche im Besonderen. Eine sprechende Küchenwaage sollte auf keinen Fall fehlen. Daneben kann man sich auch noch einen sprechenden Messbecher besorgen. Außerdem gibt es zum schnellen Messen von Flüssigkeiten auch Messtassensets oder Messlöffelsets, die man leicht zur Hand hat. Ich habe z. B. Löffel für 1ml, 2ml, 5 ml und 15 ml, die ich nahezu täglich im Einsatz habe. Außerdem Messtassen für 60ml, 80ml, 125ml und 250 ml. Auch diese nutze ich sehr häufig. Daneben nenne ich ein sprechendes Termometer mein eigen. Das ist zwar nicht so genau, wie ich es gerne hätte, aber fürs grobe Schätzen der Temperatur ist es ausreichend.

Weitere Hilfsmittel in der Küche sind u. a. der richtige Kartoffelschäler. Da muss man für sich testen, welches Modell zu einem passt. Heutzutage kann man ja glücklicherweise die Schäler im Laden auch ausprobieren. Da ich es mit dem Hacken von Kräutern nicht so habe, habe ich mir vor kurzem auch eine Kräuterschere gegönnt, die ich sehr praktisch finde. Einen Kernausstecher und einen Apfelteiler besitze ich auch und einen Trichter zum Einfüllen von Flüssigkeiten. Daneben gibt es sicher noch jede Menge anderen hilfreichen Kram in meiner Küche, auf den ich gerade nicht komme.

Ein kurzes Wort zum Bedienen von Geräten. Man muss natürlich gucken, welche Geräte man sich kauft. Etwas ärgerlich finde ich die Entwicklung hin zur Touch Screen Bedienung, die die Geräte für blinde Menschen nahezu unbrauchbar macht. Geräte mit Knöpfen und Reglern findet man fast nur noch in der Seniorenlinie, und das sind dann nicht immer die Modelle, die man auch gern in der Küche stehen haben möchte. Da ist es hilfreich, wenn man in einem Laden ist, wo ein Berater sich wirklich Zeit nimmt und zusammen die Geräte anschaut bzw. abtastet. Was wirklich nervig ist, ist, dass die Bedienungsanleitungen so geschrieben und bebildert sind, dass sie für einen blinden Menschen völlig wertlos sind. Wenn da steht drücken sie die Taste xyz (Taste 1 auf dem beistehenden Bild), dann ist das genau gar nicht hilfreich. Eine Beschreibung, in welcher Reihenfolge die Tasten angeordnet sind und wie sie heißen findet sich in der Regel nicht. Das führt zumindest bei mir dazu, dass ich nur die Programme kenne, die ich auch wirklich häufig verwende. Ich weiß also, wie ich meine Spülmaschine einschalte, um das gewöhnliche Sammelsurium von Geschirr zu spülen, aber ich wüsste z. B. nicht, auf welcher Taste das Topf- oder das Gläserprogramm liegen und kann es in der Anleitung auch nicht nachlesen. Das kann man sich natürlich aufschreiben und irgendwo hinkleben. Hatte ich auch schon mal vor, aber wie so vieles, was ich vorhabe, ist es bislang ein Vorsatz geblieben. 🙂

Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass viele Lebensmittel in genau den gleichen Verpackungen verkauft werden? Der Johannisbeersaft ist in demselben Tetrapack wie der Apfelsaft, das Weizenmehl in demselben Papier wie das Dinkelmehl und die Kidneybohnen in demselben Glas wie die Kichererbsen. Das ist in der Tat manchmal ziemlich lästig. Natürlich kann man sich die Sachen sortieren, aber wer merkt sich schon, wie viele Gläser oder Packungen von was er verbraucht hat und ob das nun alphabetisch sortiert ist oder nicht.

Früher gab es für diese Problematik nur ein Hilfsmittel, den sogenannten Einkaufsfuchs. Dieser besitzt einen omnidirektionalen Scanner, mit dem man den Barcode eines Produktes erfassen kann. Dieser wird dann mit einer Datenbank verglichen und das Produkt wird einem angesagt. Nach und nach kamen dann weitere ähnliche Hilfsmittel auf den Markt. Ich persönlich bevorzuge die Smartphone Lösung. Ich nutze hierfür eine App und scanne den Code mit Hilfe der Kamera ein. Klingt schwierig? Ist es aber meistens nicht. Natürlich hilft es dabei, wenn man ungefähr weiß, wo der Code sich befindet. Glücklicherweise ist der bei den einzelnen Produkten aber meist an derselben Stelle. Bei Dosen findet man ihn z. B. meist rechts oder links von der Etikettennaht usw. Manchmal passiert es mir aber auch, dass das Produkt nicht in der Datenbank ist, die die App abruft. Dann steht da als Produktname nur „Titel eingeben“. In so einem Fall versuche ich das Produkt mit einer anderen App einzuscannen und mir den Text vorlesen zu lassen. Mit einer dieser beiden Methoden bin ich bisher immer ans Ziel gekommen.

Ich bin nicht besonders ordentlich, aber in der Küche weiß ich doch ungefähr, wo was steht. Und das hilft natürlich auch beim effizienten Arbeiten. Meine Gewürze stehen in verschiedenen Dosen, die ich beschriftet habe, und auch in meiner Gefriertruhe habe ich die Sachen meist beschriftet, da ich das gefrorene Gut meist nicht mehr erkennen kann. Damit fahre ich insgesamt ziemlich gut.

Trotzdem gibt es Dinge, die ich selber nicht oder nicht so gut kann. Beispielsweise habe ich das Wenden von Pfannkuchen nicht gemeistert. Aber seitdem ich glutenfrei, milchfrei und eifrei esse, habe ich ohnehin noch kein gutes Rezept gefunden. Mit Braten im Ofen hantiere ich auch nicht so wahnsinnig gern herum. Meist ist es so, dass in den Rezepten steht, man solle nach Bedarf z. B. Wasser oder Brühe nachgießen, und ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, u bestimmen, ob das Bratgut noch Flüssigkeit benötigt. Sehen kann ich es ja nicht, und den Finger hineinzustecken wäre wohl keine besonders gute Idee. An andere Dinge habe ich mich bisher einfach noch nicht herangetraut, z. B. Bratkartoffeln. Das bedeutet aber bitte nicht, dass kein blinder so etwas könnte. Ich kenne blinde Menschen, die machen wirklich ales am Herd, und sie machen es erfolgreich. Es gibt, glaube ich, nichts, was nicht geht. Und wenn man etwas doch nicht kann, ist es immer ein guter Grund, um Freunde einzuladen und es gemeinsam zu machen. In diesem Sinne wünsche ich euch schöne restliche Tage im alten Jahr und einen guten Übergang ins neue.

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